Halden im Ruhrgebiet | Nordrhein-Westfalen

Unterwegs auf den coolsten Halden in den Ruhrpott Mountains

Gastbeitrag von Sabrina
Inhaltsverzeichnis

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Die Berge und meine Heimat, der Ruhrpott: ein Widerspruch in sich? Nix da!

Ja, schon klar. Das Ruhrgebiet kann natürlich nicht mit den Alpen und hohen Berggipfeln konkurrieren. Will es auch gar nicht. Die Menschen im Pott sind bodenständig und ehrlich. Wer hier kraxeln will, marschiert einfach auf die nächste Halde oder düst halt mit dem Mountainbike kniffelige Trails wieder herunter.

Unsere Ruhrpott Mountains, die Halden im Ruhrgebiet, prägen die ansonsten eher flache Landschaft des Reviers und laden zu Outdoor-Aktivitäten jeder Couleur ein. Viele von diesen prägnanten Landmarken wurden renaturiert und begrünt, und fast jede ziert ein besonderes Kunstwerk.

Industriekultur und ein weites Panorama über die Metropole Ruhr – da wird der Ruhrpottler zum Romantiker, das Herz klopft stärker, und die Augen werden feucht.

Dass das Ruhrgebiet um einiges grüner ist als angenommen, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben. Falls Du Dir da noch nicht ganz so sicher bist, ändert sich das hoffentlich spätestens nach der Lektüre dieses Artikels.

Würde ich alle 250 (oder sogar mehr) Halden hier aufzählen und beschreiben, wäre ich morgen noch nicht fertig. Daher hier meine persönlichen Highlights dieser künstlich aufgeschütteten Hügel, die eine Menge Geschichte von Bergbau und Industrialisierung erzählen. Und ich garantiere Dir: das sind richtig coole Fotospots mit wahnsinnig schönen Ausblicken!

20 Wohlfühlwanderungen im Revier

20 Wohlfühlwanderungen im Revier

Tiger & Turtle Duisburg

Ist ja wohl logisch, dass ich mit meiner Heimatstadt Duisburg beginne. Die begehbare Achterbahn mit dem originellen Namen „Tiger & Turtle“ ist schließlich direkt „umme Ecke“ und oft unser erstes Ziel, wenn wir zu Fuß oder mit dem Mountainbike unterwegs sind.

Bestimmt hast Du auch schon einmal ein Bild dieses fotogenen Foto-Spots auf Instagram oder vielleicht sogar auf dem Titelcover eines Magazins gesehen.

Wer die Stufen bis zum Looping erklimmt, wird mit einer grandiosen Aussicht belohnt. Bei klarer Sicht kannst Du von der Halde den Rhein entlang bis zur Skyline Düsseldorfs blicken. Außerdem bekommst Du einen ersten Eindruck, was das Ruhrgebiet ausmacht: ein bunter Mix aus logistischen Lagerflächen, die nahe gelegenen Hüttenwerke und Industrieanlagen, aber auch ganz viele Waldgebiete und Natur.

Die Route nach oben ist spiralförmig auf befestigten Wegen angelegt, wenn Du Lust hast, kannst Du nach dem Abstieg noch eine Runde durch den Angerpark oder den nicht weit entfernten Biegerpark drehen.

Tipp: Besonders in der Abenddämmerung lohnt sich ein Besuch des „Magic Mountains“ mit seiner Stahlskulptur, dann sind nämlich die Windungen mit zahlreichen LEDs beleuchtet.

  • Anfahrt: über Ehinger Straße oder Kaiserswerther Straße, 47249 Duisburg
  • Parken: in den umliegenden Wohngebieten (z.B. Berzeliusstraße)

Tetraeder Bottrop

Bist Du schwindelfrei? Dann ab zur ehemaligen Halde der Schachtanlage Prosper in Bottrop.

Hier findest Du die wohl ungewöhnlichste Pyramide des Ruhrgebietes: den Tetraeder! Dieses über 400 Stufen begehbare Bauwerk ist wirklich ein beeindruckendes Konstrukt. 60 Meter oberhalb des Haldengipfels, der wiederum auf 90 Meter gelegen ist, kannst Du die Kunstinstallation schon aus weiter Ferne entdecken. Ein wahrhaftiger Ruhrpott Mountain also!

Aber Vorsicht: es wankt und wackelt wirklich ordentlich auf der Pyramide! Ich konnte den weiten Rundumblick über das Ruhrgebiet, den man von der Aussichtsplattform oben hat, leider nicht allzu lange genießen. Die oberste ringförmige Plattform ist nämlich sogar absichtlich mit einer Neigung befestigt, so dass man den Eindruck bekommt, dass das ganze Konstrukt jederzeit umkippt.

Die Halde ist durch ein dichtes Wegenetz erschlossen, ein Serpentinenweg führt hoch zum Tetraeder. Auf der Südflanke gibt es auch die Diretissima-Variante über eine lange Treppe mit 387 Stufen.

  • Anfahrt: Beckstraße in 46238 Bottrop, über die A42 AK „Essen Nord“ (13) zu erreichen
  • Parken: An der Beckstraße unterhalb der Halde

Halde Haniel Bottrop

Eine meiner absoluten Lieblingshalden und besonders für Outdoor-Aktivitäten zu empfehlen. Die Halde Haniel ist nämlich mit fast 185 Metern ü. NN die höchste ständig zugängliche Bergehalde des Ruhrgebietes.

Auf der Stadtgrenze zwischen Bottrop und Oberhausen gelegen ist sie definitiv eines der schönsten Ausflugsziele für alle Foto- und Naturfreunde. Und sie hat noch so einige Besonderheiten. Nicht nur dass ein abwechslungsreich gestalteter Kreuzweg auf den Gipfel führt, nein, oben wartet mit den kunterbunt bemalten Totempfählen ein absolutes Highlight auf Dich. Gerade der Kontrast zwischen der recht kargen Haldenvegetation und der farbenfrohen Kunstinstallation macht die Halde Haniel für mich so reizvoll.

Die Totems, die sich in einem weit gezogenen Bogen auf der Spitze der Halde aneinanderreihen, sind übrigens alte Eisenbahnschwellen.

Auf der ehemaligen Halde des Steinkohleabbaus befindet sich außerdem sogar ein Amphitheater, das mit seinen Kulturveranstaltungen jede Menge Besucher anlockt.

Und ganz nebenbei liegt Dir auf dem Gipfelplateau das Ruhrgebiet zu Füßen. Ne, wat is dat schöööön.

Aufgrund der zahlreichen, teilweise anspruchsvollen Trails ist die Halde auch für Mountainbiker ein beliebter Spot. Wo sonst kann man im Ruhrgebiet so unkompliziert Höhenmeter sammeln und dann den Downhill genießen?!

Wanderfreaks können den Besuch der Halde Haniel mit einer tollen Runde durch das Naturschutzgebiet Grafenmühle verbinden.

Tipp: Die Halde Haniel ist eine traumhafte Location für den Sonnenuntergang. Da es aber recht windig oben sein kann, denk unbedingt an einen Pulli oder eine Windjacke!

  • Anfahrt: über die A2 bis zur Ausfahrt 2 Oberhausen-Königshardt
  • Parken: Wohngebiet Birkhahnstraße/ Kleekampstraße in Oberhausen oder Parkplatz Kirchhellener Straße, Nähe Kreuzung Matzenbergstraße in Oberhausen

Halde Hoheward Herten

Jetzt wird’s noch spannender für alle Mountainbiker. Die Halde Hoheward und die direkte Nachbarhalde Hoppenbruch sind nämlich, was Outdoor-Aktivitäten im Ruhrgebiet angeht, ein Paradies für Downhill- und Cross-Country Fans gleichermaßen.

Rund um die historische Zeche Ewald im Landschaftspark Hoheward gelegen, laden die beiden Ruhrpott Mountains zum sportlichen Halden Hopping ein.

Direkt an den großen Stahl-Bögen der Landmarke auf der Halde Hoheward (übrigens mit 150 m ü. NN die dritthöchste Ruhrgebiets-Halde) beginnt eine 6,5 km lange Cross Country-Strecke, die sogar zum offiziellen Mountainbiker-Wegenetz zählt. Schmale Trails ohne größere technische Schwierigkeiten lassen sich hier auch von Nicht-Profis befahren.

Es gibt unzählige Zugänge und Aufstiegsmöglichkeiten auf das Gipfelplateau, unter anderem eine Promenadenbrücke, eine Himmelsstiege mit über 500 Stufen und Serpentinenrampen mit Aussichtsbalkonen. Und sogar die etwas versteckt liegende Drachenbrücke können mutige Wanderer überqueren. Alle Wege führen zum absoluten Blickfang der Halde: den runden Stahlbögen des Horizont-Observatoriums, einer Art Amphitheater für Sternengucker.

Im Besucherzentrum Hoheward, das sich am Fuße der Halde auf dem Gelände der Zeche Ewald befindet, kannst Du sogar Wander- oder auch Segway-Touren und Führungen über die Halde buchen.

Die etwas kleinere benachbarte Halde Hoppenbruch fristet eher ein Schattendasein neben der Halde Haniel. Aber nicht bei Mountainbikern: Denn hier gibt es sogar einen 4,4 km langen Enduro-Rundkurs, der das Herz eines jeden Mountainbikers höher schlagen lässt. Und auch Downhill Fans und Adrenalin-Junkies kommen auf ihre Kosten, von den unzähligen inoffiziellen Trail-Abfahrten wollen wir hier mal gar nicht reden.

Tipp: Im Ewald-Café auf dem Gelände der Zeche Ewald (Doncaster Platz 2, 45699 Herten) kannst Du bei einer Pause vom Wandern oder Mountainbiken superleckere Kuchen und Torten genießen. Aber Vorsicht: die Stücke sind riesig!

  • Anfahrt: über die A2 bis zur Ausfahrt 7 Herten, Ewaldstraße 261 in 46599 Herten
  • Parken: An der alten Zeche Ewald

Halde Rheinpreußen Moers

Du siehst sie schon vom weiten von der Autobahn A42: die leuchtend rote, größte Grubenlampe der Welt, die als Wahrzeichen für das ganze Ruhrgebiet gilt. Auf der Bergehalde der Zeche Rheinpreußen, hoch über Moers am Niederrhein, erhebt sich mit dem sogenannten Geleucht eine der beeindruckendsten Landmarken im Pott. Egal ob in der Dunkelheit beleuchtet oder im Tageslicht: der Aufstieg zur Grubenlampe lohnt jeden Höhenmeter.

Auch diese Kunstinstallation ist begehbar, und auf der Aussichtsplattform angekommen wirst Du Dich mal wieder wundern, wie grün der Ruhrpott doch tatsächlich ist. Der Ausblick auf den Moerser Waldsee, das Niederrheinland, den zu Füßen verlaufenden Rhein, die Stahlwerke und die umliegenden Halden ist einfach herrlich.

Tipp: Die Grubenlampe bei Nacht ist ein begehrtes Motiv bei Fotografen, da sogar der Hang der Bergehalde mit vielen Scheinwerfern angestrahlt wird. Alles ist in ein warmes, rotes Licht getaucht. Das ist wirklich Kunst, die begeistert!

  • Anfahrt: über die A42 bis zur Ausfahrt 3 Duisburg-Baerl, Römerstraße, Kreuzung Gutenbergstraße in Moers
  • Parken: An der Auffahrt zur Halde am Straßenrand
  • Öffnungszeiten der Aussichtsplattform: April – Oktober jeweils Mi, Do, Sa und So 14.00-18.00 Uhr, November – März jeweils Sa und So 13.00-16.00 Uhr. Von außen kann das Geleucht immer frei besichtigt werden.

Halden-Hügel-Hopping in den Ruhrpott Moutains

185 Kilometer und knapp 2.500 Höhenmeter – wenn man auf alle Hügel der Halden im Ruhrgebiet steigt! Seit kurzem verbindet ein neues Wegenetz 17 der Ruhrpott Mountains auf 12 unterschiedlichen Themenrouten.

Fast 150 virtuelle Erzählstationen vermitteln allerhand Lehrreiches zu den Themen Bergbau mit Strukturwandel, Landschaftswandel, Industriekultur und Industrienatur. Beim Wandern auf den künstlich erschaffenen, inzwischen ziemlich grünen Bergen, kommt sowohl der Naturfreak als auch der Kunstfan und Technikfreund auf seine Kosten.

Du kannst entweder geführte Touren über das Besucherzentrum Hoheward buchen oder auch auf eigene Faust mit Hilfe der App „Halden-Hügel-Navi“ losziehen.

Noch viel mehr Infos zum Halden-Hügel-Hopping und eine Übersichtskarte aller Thementouren findest Du auf der Seite des Kreis Recklinghausen.

Na, konnte ich Dich überzeugen, dass Bergwandertouren und das Ruhrgebiet zusammenpassen wie der Fisch und das Wasser?

Wie Du vielleicht schon gemerkt hast, könnte ich noch endlos weiter von all den möglichen Outdoor-Aktivitäten im Ruhrgebiet schwärmen. Die Halden waren nämlich noch längst nicht alles, was mein geliebter Pott für Wander- und Fahrradfreunde zu bieten hat.

Schau unbedingt mal auf meinem Blog vorbei und wirf einen Blick in meinen Ruhrpott-Outdoor-Guide: Die schönsten Outdoor-Aktivitäten im Ruhrgebiet. Hier findest Du noch weitere Einblicke, wie grün und vielseitig das Revier ist.

So viel Industriekultur und Natur in einer der spannendsten Regionen Deutschlands – dieser großartige Mix ist einzigartig in unserem Heimatland!

HeimatGuide: Sabrina | COUCHFLUCHT.DE

Sabrina war schon immer bekannt als „wandelndes Reisebüro“. Mittlerweile profitieren von ihren Reisetipps nicht nur Familie und Bekannte, sondern jeder, der auf ihren Outdoor-Reiseblog „Couchflucht“ stößt. „Runter vom Sofa – raus in die Natur“ ist die Devise von Sabrina, die trotz Fulltimejob so oft es nur geht die Wanderschuhe schnürt oder sich aufs Mountainbike schwingt. Auf Reisen entdeckt das Ruhrpottmädchen immer wieder den inneren Hippie in sich und stellt fest, dass man eigentlich gar nicht viel benötigt, um glücklich zu sein.

Wenn Du auf der Suche nach tollen Reisezielen zum Wandern und Mountainbiken oder Wochenendtrips bist, dann schau am besten mal auf ihren Kanälen vorbei.

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